Methoden

Die Lerntherapie basiert auf empirisch gesicherten Erkenntnissen aus Psychologie, Pädagogik und Lernforschung. Alle eingesetzten Methoden entsprechen dem aktuellen Stand der Wissenschaft und werden individuell auf die Lernvoraussetzungen des Kindes abgestimmt. Ziel ist eine nachhaltige Förderung bei Lese‑Rechtschreib‑Schwierigkeiten (LRS) und mathematischen Lernschwierigkeiten.

Abb.: Wirkungsgefüge des Lernens nach Betz/Breuninger (1982)

Meine Arbeit orientiert sich am Wirkungsgefüge des Lernens nach Helga Breuninger.

Lernen wird dabei als Zusammenspiel von kognitiven Voraussetzungen, emotional-motivationalen Faktoren, sozialem Umfeld und schulischen Anforderungen verstanden.
Lernprobleme entstehen selten isoliert – deshalb erfolgt die Lerntherapie systemisch.
Eltern und – wenn sinnvoll – Schule werden einbezogen, um Lernprozesse nachhaltig zu unterstützen.
So entsteht ein gemeinsames Verständnis für Schwierigkeiten und Fortschritte.

Ein tragfähiger Beziehungsdialog zwischen Lerntherapeutin und Kind ist eine zentrale Voraussetzung für erfolgreiches Lernen.
Wertschätzung, Sicherheit und Verlässlichkeit schaffen einen Raum, in dem Lernblockaden abgebaut werden können.
Forschung zeigt, dass Beziehungsgestaltung ein wesentlicher Wirkfaktor pädagogischer Interventionen ist.

Ein zentrales Ziel ist es, Lernlücken systematisch zu schließen und den Anschluss an den Unterricht zu erleichtern. Fehlende Grundlagen werden kleinschrittig aufgebaut. Dabei orientiert sich die Förderung am individuellen Lerntempo des Kindes. Dazu gehört die Förderung an der sogenannten Null‑Fehler‑Grenze. Aufgaben sind so gewählt, dass sie erfolgreich bewältigt werden können, bevor der Schwierigkeitsgrad erhöht wird. Erfolgserlebnisse fördern Motivation, Lernfreude und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Interessen und Stärken der Kinder werden bewusst in die Lerntherapie integriert. Lerninhalte werden ansprechend und lebensnah gestaltet. Dies erhöht die Motivation und unterstützt nachhaltiges Lernen.

Bei Kindern mit starker Misserfolgserwartung, die nahezu jedes Selbstvertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten verloren haben, ist es sinnvoll die Tür zur Lernbereitschaft vorab mit psychotherapeutischen Mitteln wieder ein wenig zu öffnen. Die Erfahrung zeigt, dass sich dafür gut ein Gespräch über den Teufelskreis der Angst eignet. Die meisten Kinder finden sich darin wieder und erkennen, wie sich so ein Kreislauf selbst aufrechterhält.

Im Anschluss kann das Kind z.B. seine negativen Selbstüberzeugungen in aktive, positive umwandeln. Diese sollen insbesondere am Anfang so häufig wie möglich angeschaut bzw. durchgelesen werden. Die sukzessive Internalisierung ist empirisch belegt und unterstützt einen Perspektivwechsel.

Methodenvielfalt in der Lerntherapie
Je nach Bedarf kommen unterschiedliche, wissenschaftlich fundierte Methoden zum Einsatz:

  • strukturierte Förderprogramme für Lesen, Rechtschreibung und Mathematik
  • Aufbau tragfähiger Grundvorstellungen
  • Strategie‑ und Arbeitstechniken
  • multisensorisches Lernen
  • Förderung von Aufmerksamkeit und Selbststeuerung
  • Reflexion von Lernprozessen

Dieser ganzheitliche Ansatz unterstützt Kinder dabei, Lernen wieder als bewältigbar zu erleben, Kompetenzen aufzubauen und langfristig schulisch handlungsfähig zu werden.

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